Aus dem Grossrat – Susanne Aebischer für die CVP See

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Universität Freiburg – Verzicht auf die Erhöhung der Semestergebühr

Ich habe gegen den Verzicht auf die Erhöhung der Semestergebühr gestimmt.

Der Kanton engagiert sich bereits heute stark für die Hochschulen. Schweizweit gehört der Kanton Freiburg zu den Kantonen, die heute schon am meisten für die Bildung
ausgeben. Auch bin ich der Meinung, dass die Beiträge der öffentlichen Hand an ein Universitätsstudium und an die Finanzierung eines Hochschulstudiums im Anschluss an eine Berufsausbildung in einem ähnlichen Verhältnis stehen müssen, was leider nicht annähernd der Fall ist.
Für Uni-Studierende, die über ungenügende finanzielle Mittel verfügen, wurde das Mindesteinkommen, das zu einem Erlass der Studiengebühren oder sogar zu einer finanziellen Unterstützung führt, durch das Rektorat gesenkt.

Weiter ist in dieser Frage von Bedeutung, dass die Studiengebühren als Kriterium bei der Wahl einer Hochschule erst an 4. oder 5. Stelle stehen.

Mit dem am selben Tag durch den Grossrat gewährten Verpflichtungskredit in der Höhe von CHF 60 Mio. für den Aus- und Umbau der Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg und mit der vorgesehenen Aufstockung des kantonalen Beitrags an das Budget der Universität von fast CHF 15 Mio. zwischen 2017 und 2022, erhöht der Kanton bereits substanziell seine direkte und indirekte finanzielle Unterstützung für die Universität. Mit einer Anhebung der Studiengebühren auf CHF 720.– pro Semester befindet sich der Kanton Freiburg immer noch im schweizerischen Mittel.

Ich begrüsse den Entscheid der Ratsmehrheit, dass mit der Aufhebung der Struktur- und Sparmassnahme «Finanzierung der überbetrieblichen Kurse» auch ein Signal für die Berufsausbildung und Lehrbetriebe gesetzt wird. Auch ist die Information, dass ab dem 1. Januar 2018 bei den Vorbereitungskursen für einen eidgenössischen Fachausweis oder für ein Meisterdiplom 50 Prozent der Kurskosten zurückerstattet werden, ein wichtiges Signal der öffentlichen Hand zugunsten der Berufsbildung und an die Arbeitgebenden.

Mit den beiden vom Grossen Rat einstimmig angenommen Resolutionen betreffend dem Bundesgerichtsentscheid vom 7. Dezember 2017, der klarstellte, dass sich Eltern nicht mehr finanziell an den sportlichen und kulturellen Aktivitäten der Schule beteiligen müssen, wurde der Staatstrat aufgefordert, alles zu unternehmen, damit die sportlichen und kulturellen Aktivitäten und die anderen genannten Angebote zumindest in den nächsten zwei Jahren durch staatliche Finanzquellen unterstützt und diese Kosten nicht einfach auf die Gemeinden und Gemeindeverbände abgewälzt werden.

Ich finde es wichtig, dass alle Kinder im Kanton die gleichen Möglichkeiten erhalten und – bei einer allfälligen Freiwillig-Erklärung dieser Veranstaltungen – Kinder aus finanziell schwächeren Familien nicht benachteiligt werden. Auch ist beispielsweise der wirtschaftliche Nutzen für Transportunternehmen, Gewerbe, Kulturschaffende nicht vernachlässigbar. Entsprechend hoffe ich, dass in der vom Staatsrat einberufenen Arbeitsgruppe mit Hochdruck an Lösungen für alle betroffenen Parteien gearbeitet wird.

Der Staatsrat nahm in einem Bericht Stellung zum Postulat betreffend des erleichterten Kindergarteneintritts für alle Kinder. Die Postulanten haben den Staatsrat gebeten, die Situation von Kindern mit erschwertem Kindergarteneintritt im Kanton zu erfassen. Als Ursachen für die Schwierigkeiten nennen sie unter anderem mangelnde Erziehung oder Betreuung, Migrationshintergrund und Probleme mit dem Erwerb der Lokalsprache. Auch wollten diese wissen, ob die Angebote der Förderung des Schulspracherwerbs sowie aufsuchende Angebote nicht erweitert werden sollten. Wie dies in Basel bereits heute umgesetzt wird:
Das Basler-Modell sieht vor, dass fremdsprachige Kinder im Vorschulalter zur Vorbereitung auf den Schuleintritt seit 2013 verpflichtet sind, mindestens ein Jahr lang an mindestens zwei Halbtagen pro Woche eine Spielgruppe oder eine ähnliche Einrichtung zu besuchen. Der Kanton übernimmt diese Kosten (CHF 2,5 Mio. über vier Jahre).

Bei dieser Frage geht es um alle Kinder im Kanton und darum, allen dieselben Startchancen zu gewähren. Die Frage der Integration ist auf kantonaler Ebene zu regeln und auf Gemeindeebene umzusetzen.

Ich bin überzeugt, dass der Spracherwerb einer Lokalsprache einer der Schlüssel zu gleichen Startchancen beim Schuleintritt bedeutet und ein, auf den Kanton Freiburg zugeschnittenes Basler-Modell, einen gangbaren Weg bedeuten würde.
Dies erfordert jedoch:

  1. ein flächendeckendes Angebot an Betreuungseinrichtungen, das im Vergleich zu unseren Nachbarkantonen noch nicht zufriedenstellend ist. Die Angebotserweiterung im vorschulischen Bereich liegt in der Kompetenz der Gemeinden.
    Im Kanton wurden seit 2012 zusätzliche Plätze geschaffen. Jedoch steht der Kanton Freiburg in Bezug auf das empfohlene Angebot von 20–30 Betreuungsplätzen für 100 Kinder heute je nach Region immer noch erst bei 4–8 Plätzen pro 100 Kinder.
  2. einen Paradigmenwechsel vom heutigen Schwerpunkt von «Betreuung» zu «frühkindlicher Bildung und Förderung». Dies kann nur mit einem entsprechenden Ausbildungsschwerpunkt in der Aus- und Weiterbildung des Personals erreicht werden und würde eine entsprechende finanzielle Beteiligung des Kantons an Aus- und Weiterbildungskosten erfordern.

Kontakt CVP See:
Susanne Aebischer
Grossrätin
079 820 11 19

 

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